Quelle: Michael Bellmann; Nordböhmens Geschichte; Eigenverlag; Dresden 1/2002
Orts- und Flurstücksnamen slawischer Herkunft
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Arnsdorf - Arnultovice |
Sehr altes Dorf welches sich heute unmittelbar nördlich an Haida/ Novy Bor anschließt. Arnsdorf leitet sich aus "Dorf des Arn" ab. Ein gewisser "Arn" war einst der Besitzer des kleinen Dörfchens. |
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Aschendorf- Okresice |
Dorf südöstlich von Böhmisch Leipa/Ceskä Lipa am Nordrand der sogenannten Heide/Vresoviste. Die Ortsbezeichnung ist die abgewandelte Form von dem Personennamen "Asko". Einen Vergleich dazu findet man mit Aschendorf an der Ems, welches im 10. Jahrhundert noch als Ascanthorpe und später im Jahre 1157 als Aschenthorp belegt ist. |
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Audishorn - Ütechovice |
Kleines Dorf nördlich von Hammer am See/Hamr. "Audo" ist die älteste, bereits im 6. Jahrhundert genutzte Form der Personennamen "Udo" und "Audi". Im 12. Jahrhundert tauchen ähnliche Namen wie "Uto" und "Uta" auf. Die Endung ,,-hom" weist darauf hin, dass sich der Hof an einer Landspitze bzw. einem horn-artig gebogenem Landstück befand. Orte mit ähnlichem Namen gelten als in sehr früher Zeit angelegt. |
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Barzdorf-Pertoltice pod Ralskem |
Langgestreckter Ort unmittelbar nördlich von Niemes/Mimon. Durch mundartliche Veränderung entwickelte sich das ursprüngliche Berchtoldsdorf (noch 1387 auch Pertoldi villa) zu Barzdorf um. Die erste Ortsbezeichnung war demnach "der Hof des Berchtold (heute Berthold)". |
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Bicberbach - Bobri potok |
Kleiner Flusslauf aus dem Gebiet von Biebersdorf/Ph'bram, welcher die Orte Graber/Kravare und Hohlen/Holany durchfließt. Der Name des Gewässers erinnert an Zeiten, als in den Flüssen und Bächen der Gegend zahlreiche Biber lebten und ihre Wohnburgen bauten. |
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Bicbersdorf- Pribram |
Dorf östlich von Groß Priesen und östlich des Zinkensteins/Bukovä hora (683 m). Der Ort entstand am gleichnamigen Bieberbach/Bobrf potok. Heute gilt der Biber in der Gegend als ausgerottet. |
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Biela-Belä |
Flussname der relativ häufig in Böhmen vorkommt. Als Beispiele sollen die Biela bei Kittlitz/KytIice und die Dürre Biele/Suchä Belä bei Herrnskretschen/Hrensko genannt werden. Aber auch als Ortsname für eine kleine Ortschaft bei Sandau/Zandov taucht der gleiche Name auf. Bei den Fluss- und Bachnamen ist die Namensdeutung recht eindeutig, das slawische Wort "bily" für "weiß" ist hier Namensgebend. Es sind also die Weißwasser (klare Wasser) gemeint. Bei Ortschaften ist die Deutung des Namens allerdings nicht mehr so eindeutig, gibt es doch im alten germanischen Sprachgebrauch Personennamen wie "Bili" und "Bilo", welche durchaus bei Ortschaften namensgebend sein könnten. Als vergleichbare Orte wären dazu Bilin, Bielefeld und Bielau zu nennen. Das Bielatal in der Sächsischen Schweiz erhielt dagegen seinen Namen vom slawischen Weißwasser. |
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Binai - Zbyny |
Kleine Ortschaft westlich von Hirschberg am See/Doksy. Für Binai kommt für die Namensgebung der alte Personenname "Binno" (seit dem 9. Jahrhundert bekannt) in Frage. Da aber der slawische Name Zbyny einen wesentlich älteren Personennamen ("Sibbi", seit dem 6. Jahrhundert bekannt) als Ursprung hat, ist es sehr gut möglich, dass der Ort zunächst slawisch und erst später germansich besiedelt wurde. |
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Bleiswcdel - Blizevedly |
Dorf nordöstlich von Auscha/Üstek und südlich von Graber/ Kravare, am Siidwestfuß des Ron/Ronov (552 m, Burgruine) Schon im 4. und 5. Jahrhundert wird der Personenname "Blesio" genannt ("Blismodis" ist die weibliche Stammform des Namens). Im 9. Jahrhundert hat sich dieser Name zu "Bilis" gewandelt. Die Endung ,,-wedel" im Ortsnamen kommt von "wehenden" Schilfbücheln in einem bewachsenen Sumpf. In Deutschland linden wir mit Salzwedel oder Hohenwedel vergleichbare Orte. Demnach stammt der heutige Name des Ortes von dem ursprünglichen "Wohnstätte des Bilis am Sumpf". Der Name hat sich über die Jahrhunderte ständig in der Mundart der Bevölkerung geändert. Blisebli (1292), Blyssyewedl (1364), Blisiebedl (1374), Blyzebedl (1390), Blizewedl (1401), Blyzebor (1415) Blyzebedl (1422), Pleisswedel (1580) und Bleys-wedel(1692). |
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Böhmisch-Kamnitz - Ceskä Kamenice |
Kleinstadt zwischen Tetschen-Bodenbach/DSdn und Haida/Novy Bor am Flusslaufder Kamnitz/Kamenice. Beim Vergleich des Ortsnamen mit dem Namen des Flusslaufes, an dem er liegt, scheint die Namensdeutung recht leicht. Allerdings war der Ort in früherer Zeit auch als Kemnitz, Kempnicz, Kemycz oder auch Kampnicz benannt, erst viel später taucht er als Kameniez auf. Das legt nahe, dass auch der alte germanische Personenname "Cami" (seit dem 8. Jahrhundert belegt), später auch als "Gaman", für die Namensgebung der Ortschaft verantwortlich sein kann. Es könnte sich also in früherer Zeit hier "die Hofstätte des Gaman" befunden haben. (—> Kamnitz/Kamenice) |
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Böhmisch-Lcipa - Öeskä Lipa |
Bedeutende Stadt im zentralen Bereich Nordböhmens. Der Ortsname leitet sich vom alten "lipa", "lippan" oder "hliban" ab und bedeutet soviel wie "Waldschonung" oder "verschont werden". Bereits 1278 taucht der Ort als Lippa auf, 1305 als Lyppa. Außerdem findet man noch die ähnlichen Formen Lipa und Lypa. |
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Bokwen - Bukovany |
Dorf nordöstlich von Böhmisch Leipa/Öeskä Lipa. Die Entstehung des Ortsnamens geht auf die alten Personennamen "Bucco" und "Bukko" zurück, welche schon im 8. Jahrhundert geläufig sind. Die Endung "-wen" ist eine Abwandlung des alten Wortes "bane", was selbst in norddeutschen Landen bekannt ist. "Bane" steht für Bahn, Fläche, Wiese oder geebneter Platz, was für eine neugegründete Ortschaft bei der Namensgebung allemal eine zutreffende Komponente sein könnte. |
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Brims - Bmiste |
Dorf nördlich von Niemes/Mimon. Das Dorf, bereits im 14. Jahrhundert ein Pfarrort, wird schon viel früher als Brnyse, Bmse und Brnyeß genannt. Entstanden ist der Name aus dem Personennamen "Brimo". Als Vergleich ist Briem am Chiemsee zu nennen. |
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Bürgstein - Sloup |
Ortschaft mit markantem Burgfelsen südöstlich von Haida/Novy Bor am Rande der Bürgstein-Schojkaer Schweiz. Der Name ist mit großer Wahrscheinlichkeit die abgewandelte Form von Birkenstein - der Stein mit Birken. Damit ist der heutige Einsiedlerstein gemeint, welcher von den Herren der Berken von der Duba gegründet wurde. |
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Dsuiba - Dubä |
Kleine Stadt im südlichen Teil Nordböhmens und südlich von Böhmisch-Leipa/Ceskä Lipa. Im Gegensatz zum bekannten Eichwald/Dubi stammt dieser Ortsname nicht von der "Eiche" ab. Es stammt viel mehr von dem alten nordischen Wort "dubba" bzw. "dubo" für "mit den Flügeln schlagen" bzw. "schlagen" ab. Die in der Nähe befindliche Burg wurde also in früherer Zeit Dubba genannt, weil man für diese einen "Schlag" (Baumeinschlag) im Wald schaffen musste. |
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Daubitz - Doubice |
Ortschaft am Nordostrand der Böhmischen Schweiz. Der Ortsname von Daubitz ist von dem alten slawischen Wort "dubice" für "der Eichenplatz" abgeleitet. Vermutlich befand sich in mittelalterlicher Zeit hier ein Rastplatz oder eine Kreuzung alter Handelswege. In der Mitte des 15. Jahrhunderts wird der Ort unter dem Namen "Taubnicz" erstmals urkundlich erwähnt. |
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Dechtar - Dehtäry |
Kleinsiedlung südlich von Oschitz/Osecna am Jeschken/Jested. Dieser Ortsname stammt zweifellos aus dem tschechischen, wo "dehtar" der "Teerbrenner" bedeutet. Demnach wurde hier in früherer Zeit eine Teerbrennerei betrieben. |
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Deutsch-Gabel - Jablonne v Podjestedi |
Kleine Stadt direkt an der Fernverkehrsstraße E442 zwischen Reichenberg/Liberec und Haida/Novy Bor. Der Name entstammt wahrscheinlich aus dem althochdeutschen "gabala" für "gabel", wobei eine Weggabel gemeint ist. Die Ortschaft befand sich an einer schon in früher Zeit bestehenden Gabelung zweier bedeutender Handelsstraßen. Auch die Möglichkeit einer Deutung aus dem Personennamen "Gabilo" (bereits im 9. Jahrhundert belegt) ist nicht ganz auszuschließen, wie auch die Möglichkeit eines slawischen Ursprungs durch das Wort "jablon" für Apfelbaum. |
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Dewin, Burg - Devin |
Mittelalterliche Wehranlage (heute Ruine) bei Hammer am See/ Hamr. Der Name der Burg ist von dem alten Personennamen "Davo" (vor dem 8. Jahrhundert bekannt) abzuleiten und auch in den Namensformen "Tewa" (weiblich) und "Devi" vorkommt. Ähnliche Ortsnamen sind Devese, Devern und Devenheim, aber auch die namensgleiche Burg Dewin bei Prag soll nicht unerwähnt bleiben. |
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Dobcrn - Dobranov Dobern - Dobmä |
Das Dorf Dobem/Dobranov liegt östlich von Böhmisch Leipa/Öeskä Lipa und das Dorf Dobem/Dobmä befindet sich östlich von Tetschen-Bodenbach/Decin. Die Entstehung des Ortnamens Dobem wird auf die Worte "tube" bzw. "toube" für "die Taube" zurückgeführt. Durch mundartliche Veränderungen bildete sich daraus "dober" für "Täubrich", während letzteres später auch als Personenname Verwendung fand. Das Dobem bei Böhmisch Leipa/Öeskä Lipa wird noch im Jahre 1423 als Dobranov genannt. Im Mittelhochdeutschen finden wir das Wort "d'obran" für "die oberen", womit Dobern ursprünglich auch als "die oberhalb gelegene Au" benannt worden sein könnte. |
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Drauscndorf- Druzcov |
Dorf nördlich von Oschitz/Osecna am Jeschken/Jested. Bereits im Jahre 1267 taucht der Ort unter dem Namen Drosansdorf auf. Demnach könnte der alte Personenname "Drusan", welcher auch in Süddeutschland zu dieser Zeit belegt ist, für die Ortsbezeichnung verantwortlich sein. Die slawische Version des Namens ist "Druzcow". |
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Ehrcnberg, Alt - Stare KJecany Ehrenberg, Neu - Nove Krecany |
Ortschaften westlich von Rumburg/Rumburk. Als Gründer des Ortes soll ein gewisser "Eroma" (volksmundlich "Errnrich" oder "Aermrich") in Frage kommen. In der Sage ist ein Fremder an dem Ort, der ein Feld mit großen und wunderschönenen Getreideähren hatte, vorbeigekommen und soll diesen Ort als Ährenberg bekannt gemacht haben. Es gibt noch andere Schreibweisen wie Irenberg, Irenburg und Irrenberk. |
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Einsiedel - Poustevna |
Langgestrecktes Dorf nördlich der deutschen Stadt Sebnitz. Anfang des 13. Jahrhunderts lebte hier ein Einsiedler, weshalb dieser Ort auch Einsiedel genannt wurde. Erst später zogen neue Siedler hinzu, der Name aber blieb erhalten. |
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Franzthal - Dolina Vilemov |
Kleinsiedlung heute der südliche Ortsteil von Wölmsdorf/Vilemov. In alter Zeit nannte sich die Siedlung "die Hofeleiten". Im Jahre 1860 kaufte ein gewisser Franz X. Richter die Mühle im Ort und machte daraus eine Spinnerei. Seit dieser Zeit führt der Ort den Namen Franzthai. |
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Fugau - Fukov |
Kleine Siedlung im nördlich vorspringendem böhmischen Landzipfel zwischen Taubenheim und Neusalza-Spremberg. Der Name des Ortes setzt sich aus den Worten "Fuge" und "Au" zu- sammen. Die Au ist das heutige Tal der Spree, welches früher auch als das Authal bezeichnet wurde. Demnach könnte die Ortsbezeichnung auf "das in die Au gefügte" zurückzuführen sein. Am 23. September 1960 wurde der gesamte Ort "dem Erdboden gleichgemacht". |
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Gastorf-Hostka |
Ortschaft im südlichen Teil von Nordböhmen und elbaufwärts von Leitmeritz/Litomerice.Bis in das 18. Jahrhundert hinein nennt sich der Ort vorwiegend Hostka oder ähnlich (1266 Hosstki, 1361 Hostzca). Dieser Name leitet sich von dem alten slawischen Wort "host" ab und bedeutet soviel wie Gast oder Fremdling. Der spätere Name Gastorfist eine Übersetzung dieses Wortes in das Deutsche. |
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Georgswalde - Jirikov |
Größere Ortschaft direkt an der Staatsgrenze zum deutschen Ebersbach und nördlich von Rumburg/Rumburk. Der Name des Ortes kommt nicht vom bekannten Personennamen Georg, sondern vom alten Namen "Gering" bzw. "Gerung". Im Jahre 1240 soll ein Einsiedler namens Gering hier Grund erhalten, Stammesgenossen aus Niedersachsen geholt und ein Dorf mit Kapelle sowie Kretscham gegründet haben. |
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Götzdorf- Bozikov |
Das Dorf liegt unmittelbar südlich von Reichstadt/Zäkupy und am Flusslauf des Zwittebaches/Svitävka. Für die ursprünglichen Ortsnamen Goczendorff (1369) und Goczindorff (1371) ist der alte Personenname "Gozo" (bereits im 8. Jahrhundert belegt) verantwortlich. Durch mundartliche Veränderungen verwendete man später die Koseform des Personennamens Gottfried (Götz) für den Ort. |
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Habstein - Jestrebi |
Kleine Ortschaft mit gleichnamiger, weithin sichtbarer mittelalterlicher Burganlage. Der Ort entstand im engen Zusammenhang mit der Burganlage und erhielt somit den gleichlautenden Namen, früher der "Habichtfelsen" oder "Habichtstein". Der Volksmund kürzte im Lauf der Jahrhunderte den Namen mundartlich zu Habstein ab. Vergleichbar ist dazu die Habsburg zu nennen, welche noch 1027 "Habichsburc" genannt wurde. In alten Urkunden taucht auch der Name "Crussina" auf, welcher vom slawischen Wort "kruä" für "mürbe werden" oder "zerbröckeln" stammt. Aber auch der germanische Wortstamm von "gruz" Für "das Korn" (Getreide- oder Sandkorn) könnte eine plausible Erklärung ergeben. Ähnliche Worte sind auch "gruzi" und "cruzi" für "verschiedene Sämereien" und "Grütze". In einigen anderen germanischen Sprachgebieten bedeutete "Grus" das "feine Steingeröll" oder "kiesiges Geröll". Der Ort und die Burg könnten demnach in einem Wald mit kiesigem Boden angelegt worden sein, was der mürbe Felsstock der Wehranlage auch zu beweisen scheint. Demnach war sicher die alte Ortsbezeichnung "Crussina" und wurde erst später durch einen anderen Besitzer neu geprägt. Sichere Belege dafür fehlen allerdings bis heute. |
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Harrachstal - Harrachov |
Ehemalige Kleinsiedlung nördlich von Schluckenau/Sluknov, von der' nur noch sehr wenig übrig ist. Der Ort wurde von der gräflichen Familie Harrach im 18. Jahrhundert gegründet und erhielt deren Namen. |
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Hainspach - Lipovä |
Dorf westlich von Schluckenau/Sluknov. Der Ort wurde an einem Bach mit dem Namen Hainbach gegründet und nannte sich früher das "Dorf am Hainbache". Später taucht es unter den Namen Hainsbach und Hanspach auf. |
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Hammer am See - Hamr |
Ortschaft am Stausee Hammer See/Hamrsky rybni'k. Die Bezeichnung geht auf einen ansässigen Eisenhammer zurück. Der Ort wurde erst im 16. Jahrhundert gegründet. |
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Helfenburg - Hrädek |
Mittelalterliche Wehranlage östlich von Auscha/Üstek. Helfenburg kommt vom Personenname "Helpho" (seit dem 9. Jahrhundert belegt), welcher wahrscheinlich der Erbauer der Burg und Ahnherr des die Gegend beherrschenden Geschlechtes war. In deutschen Landen finden wir mit Helfenstein und Helfendorf vergleichbare Ortschaften. Der heutige Name Hrädek stammt von tschechischen Herrschaftsbeamten, die im 15. und 16. Jahrhundert die Gegend um Auscha/Üstek befehligten. Im Volksmund taucht auch die Benennung "Hratken" auf. |
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Hemmehübel - Kopec |
Kleine Siedlung unmittelbar westlich von Zeidler/Brtniky. Der Ortsname ist vom alten "hemmen" abgeleitet, da der Ort über einen steilen Fahrweg aus dem Zeidlerbachtal zu erreichen gewesen ist und die Fuhrwerke bei der Abwärtsfahrt zusätzlich mit Hemmschuhen gebremst werden mussten. |
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Hermsdorf- Hermanicky |
Kleine Häusersiedlung am Polzen/Ploucnice östlich von Böhmisch Leipa/Ceskä Li'pa und südlich von Reichstadt/Zäkupy. Das Dorf ist nach dem Personennamen "Herrn" benannt, welcher schon im 8. Jahrhundert vorkommt. Hermsdorf bestand bereits im Jahre 1361. |
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Herrnwalde - Pansky |
Kleine Siedlung zwischen Zeidler/Brtniky und Ehrenberg/Krecany. In der Mitte des 16. Jahrhunderts erhielten hier zwei Freibauern Land, rodeten den Wald und machten den Boden urbar. Später siedelten sich einige Kohlebrenner dazu und gründeten das kleine Dorf, welches nach den zwei Freibauern den "Herren vom Walde" benannt wurde. |
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Hielgersdorf- Sevemi |
Kleines langgestrecktes Dorf im nordöstlichsten Zipfel Nordböhmens und heute der nördliche Ortsteil von Lobendau/Lobendava. Das Dorf war die nördlichst gelegene Ortschaft der Österreich/ungarischen Monarchie. Das früher Hilgersdorf genannte Dorf wurde Ende des 12. Jahrhunderts von Holzfällern und Kohlebrennem gegründet. Einer der ersten soll den alten Namen "Hildegar" getragen haben. |
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Hirnsen |
Ehemalige Ansiedlung am gleichnamigen Himser Großteich/Novo-zämecky rybnik bei Neugarten/Zahrädky. Die Entstehung geht auf die Personennamen "Hirin" oder "Yrino" (beide in früherer Zeit belegt) zurück. |
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Hirschberg am See - Doksy |
Kleinstadt südöstlich von Böhmisch Leipa/Ceskä Lipa und südlich von Niemes/Mimon. Sie liegt direkt am Großteich/Mächovo jezemo und am Südosthang des Kummergebirges/Kummerske pohon. Der Name des kleinen Wiesenbaches Dogs war in alter Zeit "Tozken" und bedeutete "dahinrinnen" oder "sich hin und her bewegen". Im Jahre 1264 wurde an diesem Bach das gleichnamige kleine Dörfchen Dogs gegründet. 1293 erhielt es unter dem Namen "Hirzperch" (Hirschberg) das Stadtrecht. Die nicht deutschsprachige Bevölkerung nennt es nach seinem alten Namen Dogs heute Doksy. |
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Höflitz-Hvezdov |
Dorf südöstlich von Niemes/Mimon und am Polzen/Ploucnice gelegen. Im 9. Jahrhundert finden wir die zwei Personennamen "Hewo" und "Hewi". In Böhmen wird noch heute der Buchstabe ö fast wie ein e oder i ausgesprochen. In der tschechischen Sprache gibt es den ähnlichen Personennamen "Hvözd", nach dem das Dorf heute noch benannt ist. |
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Hohlen - Holany |
Kleiner Ort südwestlich von Neugarten/Zahrädky an den acht großen Teichen gelegen. Hohlen ist die Ableitung vom Personennamen "Hola". Auch im tschechischen kommt dieser Name vor, daher heute die Bezeichnung Holany. Die Personennamen "Hola" und "Huolo" sind seit dem 8. Jahrhundert vielfach belegt. 1284 wird in Böhmen ein Holeno von Wildenstein erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort selbst gehörte mit zu diesem Adelssitz. In Hohlen bestand zu dieser Zeit eine kleine Veste, die aber schon bald verlassen wurde. |
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Horka - Horky |
Kleines Dorf südwestlich von Hirschberg am See/Doksy. Der Ortsname stammt vom alten "höre" auch "horwic" ab und bedeutet "der Ort in der sumpfigen Gegend". |
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Hospitz - Hostikovice |
Kleine Häusersiedlung zwischen Graber/Kravare und Neugarten/Zahrädky. Der Ort führt im Jahre 1379 den Namen Hosticovich, abgeleitet von dem germanischen Personennamen "Hostego" (seit dem 9. Jahrhundert belegt). Die Endung ,,-vich" (ähnlich wie "-wie") bezeichnet eine Ortschaft, also ursprünglich "die Ortschaft des Hostego". Ob die Umbennenung zu Hospitz aus Missverständnis oder vielleicht durch die kurzzeitige Ansiedlung katholischer Missionare bzw. Siedler erfolgte, ist bis heute nicht geklärt. Fakt ist, Hospitz kommt von dem lateinischen Wort "hospitium" für "die Herberge". |
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Hultschken - Holicky |
Ehemalige Ansiedlung mitten im Dewiner Revier, südöstlich von Oschitz/Osecnä am Jeschken/Jested. Der Ortsname entstand aus dem alten Wort "Hulzgen" für "kleines Gehölz" (kleines Waldstück). Nach erfolgtem Regierungsbeschluss im Jahr 1946 zur Errichtung eines Truppenübungsplatzes wurde das kleine Dorf "dem Erdboden gleichgemacht". |
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Jober - Velkä Javorskä |
Kleine Siedlung nordwestlich von Graber/Kravare und südwestlich von Sandau/Zandov. Jober (auch Groß Jober) ist aus dem deutschen Personennamen "Joberht" (bereits im 10. Jahrhundert belegt) entstanden, einer Form des Namens "Joppo". |
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Johannesberg - Janovka |
Kleinsiedlung südöstlich von Schönau/Velky Senov. In alter Zeit trug der Ort auch den Namen "Armeleuteruh". Von 1786 gibt es den Beleg, dass ein gewisser Andreas Bach für 18 Groschen "eine Baustelle im Wald, bei Johannesberg und Armeleuteruh" gekauft habe. |
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Johannesthal - Janüv Dul |
Ortschaft unmittelbar nordöstlich von Oschitz/Osecnä am Jeschken/Jested. Diese jüngere Siedlung ist ganz klar nach einer Person mit dem Namen Johannes benannt worden. |
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Kalken, Alt - Starä Skalka u Doks Kalken, Neu - Nova Skalka u Doks |
Beide Orte befinden sich unmittelbar westlich von Hirschberg am See/Doksy. Die zwei Orte haben ihre Namen von den alten Bezeichnungen "calc", "chalc" bzw. "calch" für Kalk (Kalkgrube). |
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Kamnitz - Kamenice |
Flusslauf welcher sich aus mehreren Bächen auf der Südseite des Tannenberges bildet. Er durchfließt die Orte Kittlitz/KytIice, Böhmisch Kamnitz/Ceskä Kamenice, Windisch-Kamnitz/Srbskä Kamenice und mündet in Hermskretschen/Hrensko in die Elbe/Labe. Im unteren Verlauf des Flusses ist dieser zu den beiden Klammen Wilde Klamm/Divokä Souteska und Edmundsklamm/Tichä Souteska angestaut. Der Name des Flusses stammt möglicherweise von dem germanischen Wort "Gaman" für Spiel oder Spaß ab und würde somit "der spielende" bedeuten. Ähnliche Bezeichnungen finden wir im mitteldeutschen als "gam", aber auch im friesischen und englischen als "game". Im westlichen Deutschland sind Flussläufe wie Gammelsbach, Gambach und Gaminesbach bekannt. Auch das keltische "kam" für "krumm" scheint eine Möglichkeit zur Namensdeutung, wie auch die slawischen Worte "kamen" bzw. "kameny", welche für "der Steinbach" o.a. stehen würden. |
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Karolinsthal - Karlin |
Kleinsiedlung nordöstlich von Einsiedel/Poustevna.Der Ort wurde im Jahre 1750 unter der Gräfin Karolina (Charlotte) Salm-Reisserscheidt, geborene Dittrichstein und Gattin des Grafen Leopold Salm gegründet. Ihr Name blieb im Ortsnamen bis heute erhalten. |
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Kessel - Kotel |
Kleine Ortschaft südöstlich von Oschitz/Oseönä am Jeschken/Jested. Der Ortsname zeigt deutlich, dass die Ansiedlung ihrer Lage entsprechend (in einer kesselartigen Talvertiefung) benannt wurde. |
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Khaa - Kyjov |
Kleine Ortschaft am Nordostrand der Böhmischen Schweiz. Der heutige Ort entstand etwa im 17. Jahrhundert, während der Ortsname bereits im Jahre 1571 als "in der Kawe" auftaucht. Dem alten Wort "Kawhaus" liegt das Grundwort "Kaue" zugrunde, was "das über dem Schacht befindliche Haus" bedeutet. Im Mittelalter versuchte man in der Nähe der Lausitzer Überschiebung durch Bergbau Metalle abzubauen. |
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Kimitzsch - Krinice |
Flusslauf welcher die gesamte hintere Sächsisch-Böhmische Schweiz durchfließt und in Bad Schandall in die Elbe mündet. Die Kirnitzsch-quelle/Prameni Krinice entspringt westlich von Warnsdorf/ Varnsdorf. Der Name des Flusslaufes geht auf eine slawische Sprachwurzel zurück. Das alte obersorbische Wort "kiernica" bedeutet "die Wasserrinne" oder "das Rinnsal". |
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Klein-Aicha - Dubice |
Südwestlicher Vorort von Böhmisch Leipa/Ceskä Lipa am Robitzer Bach/Robecsky potok. Die ursprüngliche Ortsbezeichnung, welche noch am Ende des 14. Jahrhundert vorkommt, lautete Dubiz. Diese entstand aus dem slawischen Personenname "Dubi". Der Name Klein-Aicha (früher auch KIein-Eicha) entstand durch eine irrtümliche Übersetzung ins Deutsche. Man hatte Dubi filr das slawische Wort für "Eiche" gehalten. |
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Komt - Chomouty |
Kleinsiedlung zwischen den Ortschaften Bürgstein/Sloup und Pihi/Pihel. Der heutige tschechische Name Chomouty stammt noch von den ältesten Ortsnamen ab. Im 13. Jahrhundert taucht der Ort unter Namen wie Comotauwe, Chomotaw oder Chomoutowe auf. Anfang des 14. Jahrhundert ist Cometava belegt. Auffällig sind die verschiedenen Wortendungen ,,-auwe", ,,-owe" oder ,,-ava", welche auf eine Ortschaft in einer Au hinweisen. Der restliche Ortsname stammt von dem Personennamen "Como" bzw. "Chomo" (seit dem 9. Jahrhundert belegt) ab. "Comoto" ist eine Koseform dieser Namen. Somit liegt der Ort "in der Au des Como". |
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Königswalde - Krälovstvi |
Langgestrecktes Dorf am Rosenbach/Rozansky potok, östlich von Schluckenau/Sluknov. Der Ortsname ist daraus zu erklären, dass sich die neue Ansiedlung (erste urkundliche Erwähnung im Jahre 1346) in einem Wald befand, welcher sich in königlichem Besitz befand. |
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Konojed - Konojedy |
Die Ortschaft finden wir nördlich von Auscha/Üstek und westlich von Graber/Kravare am Eichberg/Dubin. Die alten germanischen Personennamen "Cono", "Kono", "Cona", "Chono" oder "Konno" sind mit größerer Wahrscheinlichkeit für die Bezeichnung des Ortes verantwortlich. "Konno" taucht später auch als Kosename für Konrad auf. Diese alten Namen sind für viele deutsche Ortsbezeichnungen (seit dem 8. Jahrhundert belegt) prägend. So zum Beispiel bei Konopischt, welches aus dem Personennamen "Kono" und der Endung ,,-pischt" (von "pistan" und steht für "wohnen" oder "die Bleibe"). Bei Konojed finden wir die Endung ,,-jed" vom alten "jagid", "jait" oder "jeit" für "die Jagd". Also bedeutet Konojed "Konos Jagdrevier". |
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Kortschen - Korce |
Kleines Dorf südwestlich von Hirschberg am See/Doksy. Das tschechische Korce bildet sich aus dem alten "Korec" und bedeutet soviel wie ein Scheffel, aber auch ein altes Flächenmaß. |
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Kosel - K-oziy |
Dorf südwestlich von Böhmisch Leipa/Ceskä Lipa, am Südfuß des Koselberges/Kozel (597 m) und am Ursprung des Koselbaches/ Kozelskä rokle gelegen. Aus dem ursprünglichen Namen "Cozzili" entstanden, dessen Ableitung von zahlreichen Personennamen wie "Cozzili", "Cozzilin" oder "Cozzo" abstammen könnte. Es kann aber auch vermutet werden, der Ortsname ist eine Abwandlung der slawischen Begriffe "Kozi" für Ziege oder "Kobyla" für Mähre (Stute). Man findet in Böhmen einige ähnliche Beispiele wie Koziow, Koziowitz oder Kositz. |
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Kottowitz - Chotovice |
Kleines Dorf südlich von Haida/Novy Bor und westlich von Bürgstein /Sloup am Kottowitzer Bach/Chotovicky potok. Der Ortsname ist auf den Personennamen "Gotto" zurückzuführen. Einen vergleichbaren Namen finden wir mit Chottowitz bei Staab. |
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Krassa - Chrastnä |
Kleines Dorf zwischen Hammer am See/Hamr und Oschitz/Osecnä, sowie am Polzen/Plounice gelegen. Krassa (früher auch Cressau) geht mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die alten Bezeichnungen "cras" und "gras - au" für Gras bzw. "den Grasplatz" zurück. Das tschechische "kräsa" für "das Schöne" ist hier auszuschließen. In der tschechischen Sprache bedeutet heute Chrastnä das "Dornheckendorf'. |
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Kühtal - Podvrsi |
Kleine Siedlung südwestlich von Oschitz/Osecnä am Jeschken/ Jested. Der Ort wird 1569 als Kuhzaghl ("der Kuhschwanz") erwähnt, womit in die Ortsbenennung die etwas abseitige Lage der Siedlung mit einging. |
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Künast - Sosnovä |
Ortschaft südlich von Böhmisch Leipa/Ceskä Lipa am Westrand der sogenannten Heide/Vresoviste. Künast, ursprünglich Kienast (später auch Kynast) geschrieben, kommt von der Bezeichnung Kienholz, welche für harzreisches Holz verwendet wurde. Für Kienholz gab es mit Tannicht, Tännicht oder Eichicht auch andere Umschreibungen. Künast bedeutete also in der Zeit der Ortsgründung "der Platz mit dem Kienholz". |
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Kunnersdorf- Kunratice |
Kleine Ansiedlung südlich von Schluckenau/Sluknov. Der Ortname ist auf die alten (mittelalterlichen) Personennamen "Konrad" oder "Kuno" zurückzuführen. |
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Kunnersdorf, Moorbad - Läzne Kundratice |
Kleine Ansiedlung südwestlich von Oschitz/Osecnä am Jeschken/Jested. Der sehr alte Name ist nicht sicher zu klären. Im 8. Jahrhundert ist als Ortsname "Cunirih" belegt, später dann "Chunirihesdorf. Letzterer kommt auch in anderen Gegenden häufig vor. Aus diesem genannten Grund ist die Namensdeutung nicht mit dem Kunnersdorf bei Schluckenau zu vergleichen (—* Kunnersdorf). |
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Langenau - Skalice |
Langgestreckter Ort südwestlich von Haida/Novy Bor mit den sehr bekannten Sandsteinhöhlen-Labyrinth im Langenauer Berg/Skalicky vrch (484 m). Hier ist die Deutung des Ortsnamens recht einfach, es handelt sich um einen langestreckten Ort in einer Au. |
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Leopoldsruh - Leopoldka |
Kleinsiedlung unmittelbar nördlich von Schönau/Velky Senov. Der Ort wurde um 1720 vom Grafen Leopold zu Salm gegründet und erhielt dessen Namen. |
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Leskenthal - Vitkov |
Kleinsiedlung südwestlich von Reichstadt/Zäkupy. Der erst im 18. Jahrhundert gegründete Ort bezieht seinen Namen aus dem Wort "lese" für "das Riedgras". |
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Lcwin — Levin |
Ortschaft nordwestlich von Auscha/ÜStek am Rotherbach/Öerveny potok. Der Name des Ortes hängt eng mit der am Ort befindlichen Wehranlage zusammen. Lewin stammt von dem Personennamen "Leuo" ab, welcher bereits seit dem 11. Jahrhundert bekannt ist. In einigen weiteren böhmisch-mährischen Urkunden kommt der Personenname in ähnlicher Form vor, so zum Beispiel Lewa (1195), Leua de ... (1201) und Lewa camerarius (1222). |
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Liebich, Nieder - Dolni Libchava Liebich, Ober - Homi Libchava |
Ober Liebich/Homi Libchava ist heute noch als selbstständiges Dorf nordwestlich von Böhmisch Leipa anzutreffen, während Nieder Liebich/DoIni Libchava heute der westliche Vorort von Böhmisch Leipa/Ceskä Lipa ist. Liebich ist die deutsche Übersetzung des alten slawischen Namens "Libichowa", welcher aus dem alten Personennamen "Libicho" (seit dem 9. Jahrhundert belegt) entstand. Libichowa bedeutete demnach "des Libichos Au" (—> Liboch/Libochovany) |
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Liboch - Libochovany |
Ortschaft am rechten Eibufer, talaufwärt von Aussig/Üsti nad Labern. Die Entstehung des Ortsnamens ist vergleichbar mit den Ortsnamen von Ober Liebich/Homi Libchava und Nieder Liebich/DoIni Libchava (—» Ober Liebich und Nieder Liebich). |
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Limberg—Lipka |
Isoliert stehender Berg (473 m) bei Neuland/Noviny pod Ralskem und westlich von Wartenberg/Sträz pod Ralskem. Der sehr alte Name stammt vom alten Wort "lim" (früher Leim), welches bis in das 10. Jahrhundert hinein für "Lehm" oder "Erde" verwendet wurde. |
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Lobendau - Lobendava |
Dorf nördlich von EinsiedeI/Poustevna. Die Entstehung des Ortes ist nur noch durch mündliche Überlieferungen zu klären. Danach siedelten sich im 11./12. Jahrhundert Holzfäller aus der Hohnsteiner Gegend in den damals undurchdringlichen Waldungen entlang des Zaiwassers an. Weil diese die scheußlichen Wälder urbar machten, wurde der Landstrich nun eine zu "lobende Au" genannt. |
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Lobetanz - Tanecek |
Kleine Häuseransammlung nordöstlich von Graber/Kravare am Ostfuß des Kammer-Berg/Hamry (531 m). Die Ortbezeichnung kommt vom alten Personenname "Lopadanc", welcher im 9. Jahrhundert auch in südlichen Gebieten Deutschlands nicht selten vorkommt. |
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Luh - Luhov |
Kleines Dörfchen westlich von Wartenberg/Sträz pod Ralskem, am Südfuß des Tolz-Berges/Tlustec (591 m). Die "luh" ist eine häufige slawische Ortsbezeichnung und bedeutet "nasse Wiese". Da aber die Gegend um den Ort Luh schon immer recht arm an fließendem Wasser gewesen ist, wird eine Deutung aus dem germanischen Wort "luhhir" für "Versteck" oder "Höhle" ebenfalls sehr wahrscheinlich. In früherer Zeit war das Gebiet noch sehr waldreich und undurchdringlich. |
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Luh, Neu -Novy Luhov |
Die kleine Ansiedlung schließt sich unmittelbar nördlich an Luh/ Luhov an. Neu Luh hatte ursprünglich einen anderen slawischen Namen, welcher "Smirdakow" lautete. Dessen Namenswurzel finden wir in "smrad", "srmti" aber auch in "murdjan", welche alle für "töten" oder "morden". stehen. Möglicherweise errichtete man die Ortschaft an einer Stelle, an welcher in früher Zeit ein Gefecht zwischen feindlichen Verbänden stattfand. Der Name Neu Luh kam erst durch deutsche Siedler in Gebrauch. |
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Lümmel - Lomy |
Kleine Ansiedlung südwestlich von Dauba/Dubä. Der Ortsname ist vom gleichnamigen, unmittelbar benachbarten Berg übernommen worden. Dessen Name ist von "lam" für "lehmig" abgeleitet, also "der lehmige Berg". In manchen Gegenden nannten die Töpfer eine Schablone für bestimmte Töpferwaren Lümmel. |
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Margarethendorf- Marketa |
Kleinsiedlung nördlich von Einsiedel/Poustevna. Der kleine Ort wurde 1667 unter der Gräfin Margaretha Slawata gegründet und erhielt deren Namen. |
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Merzdorf- Brevniste |
Dorf östlich von Wartenberg/Sträz pod Ralskem. Der Name kommt ziemlich eindeutig von dem Personennamen Martin, dessen ältere Form "Merizo" lautet. Der tschechische Name Brevniste bedeutet "Platz zur Holzniederlage". Mikcnhan - Provodinsk Ehemalige Kleinsiedlung am westlichen Ausläufer des Kummer- gebirges/Kummerske pohori. Der Name setzt sich aus dem sehr alten Personennamen "Micca" und aus dem Wort "hagan" zusammen. Den Namen "Micca" trug schon der Vater des römischen Kaisers Mariminus im 3. Jahrhundert, der Name ist ein Vorläufer des noch heute bekannten Michel. Der "hagan" ist ein mit einem lebenden Zaun, wie zum Beispiel einer Hecke, eingefriedeter Platz (auch "der Haag"). |
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Miltschan, Wasserburg - Milcan |
Ehemalige Wasserburg (Wehranlage) am gleichnamigen Teich/ Milcansky rybnik sowie zwischen Graber/Kravare und Neugarten/ Zahrädky gelegen. Die Bennenung erfolgte aus dem Namen "Milizza", einer Form des sehr alten germanischen Personennamens "Milizzo" (schon aus dem 8. Jahrhundert belegt) oder "Miliz" (im 9. Jahrhundert), unter welchem die Wehranlage errichtet wurde. Durch slawische Spracheinflüsse änderte sich das ursprüngliche "z" im Wort zu einem "tsch" um. |
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Nahlau - Nählov |
Kleines Dorf südlich von Oschitz/Osecnä am Jeschken/Jested. Seit dem 8. Jahrhundert ist der Personenname "Nahilo" bekannt, somit hat Nahlau ursprünglich "Nahilos Hof in der Au" geheißen. |
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Nedam - Nedamov |
Dorf südöstlich von Dauba/Dubä. Der Ort hat seinen Namen von den Personennamen "Nat", "Nado" oder "Nid", "Nito", "Nizo" und "Nezo", welche allesamt schon im 8. Jahrhundert vorkommen. Die Endung "-am" weist auf eine Mehrzahl, also auf "die Nedische" o.a. hin. |
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Nicmes - Mimon |
Kleine Stadt östlich von Böhmisch Leipa/Ceskä Lipa. Hier ist der Ursprung des Ortsnamens noch nicht vollständig aufgeklärt, da zum einen der deutsche als auch der slawische Name schon in früher Zeit belegt sind. Im 14. Jahrhundert ist der Ort im Besitz der Herren von Wartenberg und nennt sich Nimandis, wenig später aber wieder Mimon oder Mymon. Für den Namen Niemes würde der Personenname "Neoman" (seit dem 9. Jahrhundert belegt) in Frage kommen, während bei Mimon alte Namen wie "Mimo" oder "Mimuni" eine Möglichkeit wären. Wer hier als erster siedelte wird wohl nie sicher geklärt werden können. |
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Neudörfel - Novy Viska Kleines Dörfchen nördlich von Einsiedel/Poustevna. |
Das Dorf wurde im 15. Jahrhundert von Einsiedel aus besiedelt, daher die Bezeichnung "das neue Dorf' (—» Einsiedel). |
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Neu-GrafenwaIde - Nove Hrabeci |
Verstreute Ansiedlung nordwestlich von Schluckenau/Sluknov. Der alte leicht erklärbare Name des Ortes war "Heubusch" (auch Haibusch). Erst 1737 entstand durch Zuwanderungen die größere Siedlung Neugrafenwalde. |
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Neuland-Novina |
Eine Ansiedlung am Jeschkenkamm, westlich von Reichenberg/ Liberec und nordöstlich von Kriesdorf/Krizany. Der Name erklärt sich aus "der neuen Siedlung", also in früherer Zeit einer Rodung des Waldes und der Ansiedlung von Menschen. |
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Neugarten - Zahrädky |
Ortschaft südlich von Böhmisch Leipa/Öeskä Lipa. In alter Zeit unter dem Namen "Garten" belegt. Der alte Wortstamm "gart" bedeutete "eingfriedetes Grundstück", in der Mehrzahl auch "Haus" bzw. "Häuser". Im 13. Jahrhundert besteht hier bereits ein Landsitz, der durch einen späteren Ausbau als "Neugarten" bezeichnet wurde. |
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Nixdorf- Mikuläsovice |
Langgestreckte Ortschaft östlich der deutschen Stadt Sebnitz. Im 12. Jahrhundert lebten in der Gegend des heutigen Ortes einige Köhler im noch dichten Urwald. Später gründeten diese ein kleines Dorf mit einer Kapelle, welche dem heiligen Nikolaus geweiht wurde. Deshalb hieß der Ort zunächst Nikolausdorf, wandelte sich aber bald mundartlich über Nicolsdorf, Nikelsdorf und Nikilsdorfzum heutigen Nixdorf um.Eine Sage weiß zu berichten, dass früher in den Sümpfen der Umgebung Wassernixen wohnten und deshalb der Ort "die Ansiedlung bei den Nixensümpfen" genannt wurde. |
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Oschitz - Osecnä Oschitz-Sucice |
1. Größere Ortschart am Südwesthang des Jeschkenkammes und am Polzen/Ploucnice gelegen. 2. Kleine Häusersiedlung südlich von Neugarten. Beide Ortsnamen gehen auf die alten Wandalennamen "Osi" und "Ossi" zurück, also "die Hofstätte des Osi". Einen Vergleich finden wir am sächsischen Oschatz, dessen Ortsname aus dem Personenname "Ossa" stammt. Im slawischen Sprachgebrauch wird bei Ortsbezeichnungen die Endung ,,-nä" angefügt, daher "Osecnä". Die slawische Erklärung aus dem Wort "souöice" für "das Trockenland" ist bei Betrachtung der Orts- bzw. Flurbeschaffenheit eher unwahrscheinlich. |
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Pablitzschka - Paviicky |
Kleine Ortschaft westlich von Dauba/Dubä. Der Ortsname stammt vom alten Personenname "Babili" ab und veränderte sich über Babilisa sowie Pablisa zum heutigen Namen. Der Einfluss slawischer Siedler wird am Ortsnamen (1390 urkundliche Erwähnung) "Powlycze" sehr deutlich. Philippsdorf - Filipov Heute eine kleine Ortschaft an der Grenze zu Deutschland, von dem unmittelar benachbarten Neugersdorf nur durch die Grenze getrennt. Der ehemals selbstständige Ort (auch Filippsdorf) wurde unter einem Philipp Siegmund von Dittrichstein im Jahre 1681 gegründet. Sein Name ist bis heute mit der Ortschaft eng verbunden geblieben. |
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PihI - Pihel |
Kleiner Ort mit Burgberg unmittelbar südwestlich von Bürgstein/ Sloup. Der Ortsname PihI (früher auch Pol oder Pohel) hängt eng mit dem Namen der mittelalterlichen Burganlage PihI zusammen. Deren Name stammt von "Bühel" der "Hügel". Die Pihlerbaustellen (heute der Ortsteil an der Fernverkehrstraße) sind erst viel später gegründet worden. |
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Plesse - Plesa |
Kleiner Ortsteil von Schwoika/Svojkov, der sich südlich von diesem anschließt. Die Ortsbezeichnung kommt von den Worten "blasse" oder "blessi" für "kahl" oder "öde". Das dazugehörige slawische Wort "ples" klingt zum einen sehr ähnlich und hat als "kahler Fleck" auch fast die gleiche Bedeutung. Als vergleichbare Orts- und Flurnamen sind Plessiwecz und der BIeßberg zu nennen. |
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Politz, Nieder - Dolni Police Politz, Ober - Horni Police |
Die etwas selbstständigere Ortschaft Ober Politz befindet sich talaufwärts von Sandau/Zandov direkt am Polzen/Ploucnice. Nieder Politz ist heute der westliche Stadtteil von Sandau/Zandov. Politz ist die abgewandelte Form des schon im 9. Jahrhundert bekannten Personennamens "Polli" (auch "Boli"). Die erste urkundliche Erwähnung von Politz taucht im Jahre 1226 auf. Die slawische Wortdeutung aus "pole" für Feld und Flur ist nicht belegt. |
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Pölzen - Ploucnice |
Einer der bedeutensten Flussläufe im westlichen Böhmischen Mittelgebirge. Er entspringt auf der Südwestseite des Jeschkenkammes und durchfließt mehrere bedeutendete Orte wie Wartenberg/Sträz pod Ralskem, Niemes/Mimon, Böhmisch Leipa/ Ceskä Lipa, Sandau/Zandov, Bensen/Benesov nad Ploucnici und mündet in Tetschen/Decin in die Elbe/Labe. Erste schriftliche Erwähung des Flusses findet man im Jahre 1226 als "Pulsniza" und im Jahre 1241 als "Polsniza". Zu dieser Zeit wurde das u häufig mundartlich in ein o verändert. In noch älteren Schriften kommt auch der Flussname "Boicen" vor, allerdings lässt sich dieser nicht mehr sicher zuzuordenen. Diese Namensgebung stammt von "bolt, bult" - der Erdhügel. Daher könnte als ursprüngliche Namensdeutung "der Hiigelfluss" oder "der Fluss der aus den Hügeln kommt" gelten. Auch in der Schweiz und in Bayern kommen in früherer Zeit ähnliche Flussnamen wie "Bulaha" vor und sind von "bolle", der runde Hügel, abgeleitet. Eine weitere Deutung kann vom Wort "bulzen", schnell dahin schießen, abgeleitet werden. Noch heute kennen wir vom Ballspiel das "bolzen". Der Flussname könnte auch früher "der Breifluss" gewesen sein, da "bolz" die Bezeichnung für Brei o.a. war. In Überschwemmungszeiten brachte der kräftige Fluss sicher sehr viel Schlamm aus den Bergen und dem Hügelland in flachere Regionen. Außerdem ist das keltische Wort "Bual-san", für "Groß" und der ,,-bach", eine plausible Deutungsmöglichkeit. |
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Postrum - Postrelnä |
Dorf südlich von Deutsch-Gabel/Jablonne v Podjestedi. Der Ortsname kommt von den Personennamen "Bester" oder "Poster", beide sind seit dem 9. Jahrhundert belegt. |
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Quitkau - Kvitkov |
Ortschaft südwestlich von Böhmisch Leipa/Ceskä Lipa. Quitkau entstand aus einem sehr alten Personennamen. Bereits im 4. Jahrhundert ist der Name "Quito" und im 6. Jahrhundert der Name Quidila (männl.) belegt. Quitkau ist eine Zusammensetzung des Personennamens und "-au", wahrscheinlich "der Hof des Quito in der Au". |
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Rabendorf- Vranov |
Das Dorf findet man östlich von Niemes/Mimon, am Fuße des Berges Roll/Ralsko. Die Benennung geht auf die alten Personennamen "Rabo" bzw. "Hrabo" zurück. Für die heutige Bezeichnung Vranov wird das tschechische Wort "vrani" von Krähe verwendet. |
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Rabenstein - Havrani |
Sehr kleine und unbedeutende Ansiedlung nördlich von Jober (Groß-Jober)/Velkä Javorskä und am Fuße des Hut-Berges/Sträzny vrch (609 m). Die Entstehung des Ortsnamens ist vergleichbar mit dem von Rabendorf/V ranov bei Niemes/Mimon. Auch hier waren Personennamen wie "Rabo" oder "Hrabo" namensprägend (-* Rabendorf). |
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Regersdorf- Borek |
Dorf südlich von Neugarten/Zahrädky und östlich von Hohlen/ Holany. Regersdorf entstand aus dem Personennamen "Raghar", welcher seit dem 9. Jahrhundert belegbar ist. Später finden wir als abgewandelte Familiennamen Reyher, Renger, Reyger oder Reger. In einigen alten Schriften wird der Ort auch als Raigern genannt. |
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Rehwasser - Smi Potok |
Kleine Ansiedlung nördlich von Niemes/Mimon und am Westhang des Roll/Ralsko. Der Ort wurde erst im 16. Jahrhundert gegründet und nannte sich zu dieser Zeit Neuendorf am Rehwasser, wie damals der Pölzen in dieser Region zum Teil auch benannt wurde. |
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Reichstadt - Zäkupy |
Kleinstadt östlich von Böhmisch Leipa/Ceskä Lipa am Zwittebach/ Svitävka. Der Ortsname lautete ursprünglich "die Hofstätte des Richo", einem seit dem 9. Jahrhundert belegten Personennamen. Dieser taucht als "Richo", "Riho", "Rico" oder auch als "Hricho" auf. Im Jahre 1378 wird der Ort als Richinstat genannt. Der slawische Name Zäkupy (noch 1383 Zacuppi) setzt sich aus "sac" für "die sackförmige Ausweitung" und "kuppi" für "Berghöhe" zusammen, also "das Sacktal zwischen den Bergkuppen". Reichstadt liegt auch wirklich in einem nach Süden offenen Tal, welches von Wald- und Berghöhen umrahmt wird. |
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Robitz - Robeö |
Kleines Dorf südwestlich von Böhmisch Leipa/Ceskä Lipa am gleichnamigen Robitzer Bach/Robecsky potok. Der sehr alte Ortsname wird von den Personennamen "Rubo", "Ruovo" oder "Robi" abgeleitet, also "Robis Hof (o.a.). |
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Rodowitz - Radvanec |
Dorf nördlich von Bürgstein und in der Nähe der sagenumwobenen Rabensteine/Havrani skäly. Die sehr alte Ortsbezeichnung, wie auch der tschechische Ortsname' Radvanec, geht auf den alten deutschen Personenname "Ratwane" (im tschechischen "Radowan") zurück. Dieser ist bereits im 11. Jahrhundert belegt. "Ratwane" oder auch "Ratwann" zählen zu alten Personennamen wie "Hrodo", "Roto", "Rodo", "Ruodo" und "Rotho", welche schon im 8. Jahrhundert gebräuchlich sind. Die kurze Endung ,,-witz" (früher "-wie" oder auch "-wich") wurde bei Ortsbezeichnungen angehängt. Also könnte in früherer Zeit die Ansiedlung als "Rodos Dorf oder "Rodos Heimstätte" o.a. bezeichnet worden sein. |
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Rohnbach - §porka |
Flusslauf westlich von Böhmisch Leipa/Ceskä Lipa und in den Pölzen /Ploucnice einmündent. Das Mundartliche "rohen" bzw. "rohon" bedeutete "brüllen" oder "laut tosen". Eine andere Möglichkeit bilden die Wortlaute "rao" und "ro" für "das rauhe" und "das stürmische". |
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Röhrsdorf- Lisci |
Kleine Siedlung unmittelbar nördlich von Hainspach/Lipovä. Die ersten Ansiedler rodeten den Wald (14. Jahrhundert) und sollen viele der gewonnen Hölzer als Röhrhölzer verarbeitet haben. |
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Roll - Ralsko |
Markanter und weit über die Umgebung herausragender Berg (696 m), im Nordosten von Niemes/Mimon. Die auf der Spitze des Berges befindliche mittelalterliche Burg ist nach dem Berg benannt. Roll ist das Kürzel von "Rolle" für Riese oder Rutsche. Der Berg könnte somit nach den Wasserrinnen die sich an seinen Berghängen bilden benannt worden sein. Einen Vergleich dazu finden wir im Riesengebirge, welches ebenfalls seinen Namen von den zahlreichen Wasserrinnen erhielt. Aber auch "Geröllberg" o.a. könnte für die Namensgebung stehen, wenn man die gewaltigen Geröllhänge am Berg mit in Betracht zieht. |
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Rosenhain - Rozany |
Kleines Dorf direkt an der heutigen Staatsgrenze zwischen Deutschland und der Tschechischen Republik, nördlich von |
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Schluckenau/Sluknov. |
Die Ortbezeichnung deutet auf eine Ansiedlung im Rosenhäg ("-hain" und ,,-hag" haben die gleiche Bedeutung) hin, wie auch der Name des Rosenbaches/Rozansky potok, welcher den Ortdurchfließt. Zur Zeit der Besiedlung des Landstriches (vor dem Jahr 1317) muss es hier sehr viele wilde Rosen und Hagebutten gegeben haben. |
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Sabert - Zäbrdi |
Unbedeutendes Dorf südlich der Ortschaft Oschitz/Osecnä am Jeschken/Jested. Sabert entstand aus dem ursprünglich slawischen Namen Zäbrdi. Die Endung "brdi" stammt von der alten Höhenbezeichnung "Brdy", somit bedeutete der alte Ortsname soviel wie "hinter dem Bergrücken". Gemeint wäre damit die Teufelsmauer/Certova zed'. Möglicherweise könnte ein späterer Besitzer des Hofes den deutschen Namen "Suabhart" getragen haben und somit zur Namensänderung beigetragen haben. |
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Salmdorf- Salmov |
Kleinsiedlung nordöstlich von Nixdorf/M ikuläsovice. Der Ort wurde erst Anfang des 18. Jahrhunderts vom Herrschaftsbesitzer Franz Wilhelm zu Salm gegründet und erhielt seinen Namen. |
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Sandau - Zandov |
Kleines Städtchen am Fluss Pölzen, westlich von Böhmisch Leipa/ Ceskä Lipa und südöstlich von Bensen/Benesov. Sandau war bereits im 13. Jahrhundert eine bedeutende Ortschaft, die' auf einer versandeten Au am Pölzen und am Weidenbach gegeründet wurde. Im Mittelalter bereits als "Zandaw" und "Sandaw" benannt. |
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Sattai - Zätyni |
Kleinsiedlung nordwestlich von Dauba/Dubä. Sattai ist vom Personenamen "Sado" bzw. "Sato" (seit dem 8. Jahrhundert bekannt) abzuleiten. Der Ort war in früherer Zeit der Meierhof des schon im 15. Jahrhundert wüsten Schlosses Tschap/Öap gewesen. |
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Schaiba - Okrouhlä |
Dorfähnliche Ortschaft unmittelbar nordwestlich von Haida/Novy Bor. Der Name läßt sich aus der ursprünglichen scheibenählichen Anordnung (flaches Gelände, annähernd kreisrund) des Ortes erklären. Vergleichbare Ortbezeichnungen finden wir in Böhmen mit Scheiben, Scheibendorf, Scheibenreut und Scheiben-Radaun. |
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Schiedel, Alt - Stary Sidlov Schiedel, Neu - Novy Sidlov |
Zwei kleine Ansiedlungen, nordwestlich von Reichstadt/Zäkupy und links bzw. rechts der Verbindungsstraße nach Bürgstein/Sloup. Die Ortsbezeichnungen stammen vom alten Wort "sidila" für "die Ansiedlung" ab, wobei es sich hier um eine zuerst angelegte Siedlung und eine wenig später dazugebaute Ansiedlung handelt. In Böhmen ist eine vergleichbare Ortschaft mit dem Namen Motschiedel zu finden. Motschiedel bedeudet "die Ansiedlung am Moor" ("mot " und "mut" stehen für Moor oder Morast). |
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Schluckenau - Sluknov |
Ortschaft im nördlichsten Zipfel Böhmens und am Rosenbach/ Rozansky potok gelegen. Die Namensdeutung aus der deutschen Sprache hat die Worte "schlucken" und "schlacken" für das "sich schlingen" zur Grundlage. Demnach hätte man die neue Ansiedlung in "die sich schlingelnde (schlangelnde) Au" gebaut. Eine weitere Möglichkeit zur Namensdeutung finden wir in den slawischen Personennamen mit "Slauko" und "Slawek". |
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Schönau - Velky Senov |
Langgestreckter Ort südwestlich von Schluckenau/SIuknov. Die Siedlung galt schon im 14. Jahrhundert als eine "Siedlung in einer schönen Au". Später taucht der Name des Ortes auch in anderen Schreibweisen auf, wie Schone, Schonaw oder Schönaw. |
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Schossendorf— Radec |
Kleines Dorf (auch Schoßendorf) westlich von Sandau/Zandov. Im Jahre 1341 wird der Ort als "Zschossindorffdicta Radez" genannt. Das in früher Zeit schwach besetzte Dorf wurde vom Herrschaftsbesitzer mit einem Unternehmer (sogenannte Lokatoren) besetzt, um die landwirtschaftlichen Erträge zu steigern. Dadurch wurde der ursprüngliche Ortsname Radez von Schossendorf abgelöst, eine zu dieser Zeit übliche Maßnahme. "Zschossin" stammt von dem Personennamen "Zschosso" oder "Zschosso" ab. Heute wird der alte Ortsname Radez in Form von Radeö verwendet. |
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Schwarzwald - Svarcvald |
Ehemals eine kleine Häusersiedlung mitten Dewiner Revier, südlich von Hammer am See/Hamr. Im 14. Jahrhundert bestand hier ein Hof mit dem Namen Mednay, abgeleitet von "miutan" für "in Lohn nehmen". Dieser "Lohnhof' befand sich zu dieser Zeit noch mitten im dichten Wald, worauf diese kleine Ortschaft von der Bevölkerung als Schwarzwald bezeichnet wurde. Nach erfolgtem Regierungsbeschluss im Jahr 1946 zur Errichtung. eines Truppenübungsplatzes wurde das kleine Dorf niedergerissen. |
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Schwoika - Svojkov |
Kleine langgestreckte Ortschaft am Südhang der Bürgstein-Schwoikaer Schweiz sowie südöstlich von Bürgstein/Sloup. Der Name des Ortes hängt eng mit dem Namen der mittelalterlichen Wehranlage am nördlichen Ende des Ortes zusammen. Die Bezeichnung stammt vom Personenname "Sueiko" ab, sicher einer der ersten Besitzer der Anlage. |
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Schwora - Svärov |
Die ehemals kleine selbstständige Siedlung ist heute der südöstliche Stadtteil Svärov von Böhmisch Leipa/Öeskä Lipa. Die Entstehung des Namens aus dem germanischen oder aus dem slawischen kann heute nicht mehr sicher festgestellt werden. Im Sprachgebrauch der Slawen kommen die Personennamen "Svar" und "Zwar" vor, während bei den germanischen Siedlern schon im 8. Jahrhundert Namen wie "Swarnagel", "Swartlind" und "Suarrat" belegt sind. Vergleichbare Orte könnten Schearau und Swarawa sein. |
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Sohr-Zähorin |
Kleinstsiedlung zwischen Zwitte/Svitava und Schwojka/Svojkov am Westrand der Bürgstein-Schwojkaer Schweiz. Der Name Sohr hat sich aus dem tschechischen Zähorin entwickelt und bedeutete ursprünglich "der Ort hinter den Bergen". |
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Sonneberg - Slunecnä |
Dorf nordwestlich von Böhmisch Leipa/Öeskä Lipa und südwestlich von Haida/Novy Bor am Kitz-Berg/KozIi (594 m) gelegen. Der Ortsname ist durch die Lage des Ortes selbst, auf der Südseite des Kitz-Berges (Südseite), einfach zu erklären. |
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Staupen - Na Koväme |
Kleinsiedlung östlich von Ober Politz/Horm Police. Bereits im 9. Jahrhundert siedelte hier ein "Staupo" (auch "Stauwo"), Dieser alte Name ist auch der ursprüngliche Name von Staufen. |
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Strachel - Strachaly Dorf südwestlich von Dauba/Dubä. |
Der ursprüngliche und wesentlich ältere Ortsname Strachale ist eine Ableitung des Wortes "strach" für "gestreckt". Demnach hat man den Ort damals als langgestreckte Ortschaft angesehen, allerdings ist das mit heutigen Maßstäben nicht zu vergleichen. |
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Tacha - Tachov |
Kleiner Ort südwestlich von Hirschberg am See/Doksy. Tacha ist eine Abwandlung des alten gothischen Wortes "thaho", welches in abgewandelter Form "daha" und "dahe" für den Begriff Tonerde steht. Der Ort könnte also in einer Gegend mit tonreicher Erde, bestens für die Töpferei geeignet, gegründet worden sein. |
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Tollenstein - Tolstejn |
Mittelalterliche Wehranlage mit vielen Ruinenresten südwestlich von Warnsdorf/Varnsdorfam Tannenberg/JedIovä. Die Bezeichnung stammt vom alten Personenname "Tollo" und nicht von Dohle oder dem slawische "dol" ab. Als vergleichbare Ortsbe-zeichnungnen sind die Tollenburg und der Tölinteich zu nennen. |
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Tschap, Burg - Öap |
Mittelalterliche Wehranlage nordwestlich von Dauba/Dubä. Tschap ist die mundartliche Abwandlung des alten Wortes "zapho",, welches "der Zapfen" oder "die Keule" bedeutete. Tatsächlich ist der Felsen, auf dem sich die Burganlage befindet, ein mächtiges Sandsteinriff, dass vom Tal aus gesehen einer großen Keule gleicht. Deshalb ist auch der Name Tschapkeule bekannt. |
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Voitsdorf— Bohatice |
Dorf zwischen den Städten Reichstadt/Zäkupy und Niemes/Mimon. Der im 14. Jahrhundert entstandene Ort ist nach dem Personennamen "Veit" oder "Vitus" benannt. |
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Waldecke-Valdek |
Kleinsiedlung nordwestlich von Rumburg/Rumburk. Der Ort wurde erst Ende des 17. Jahrhunderts gegründet und nach seiner Lage am Ende bzw. an einer Ecke des Waldes der Schluckenauer Herrschaft benannt. |
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Waltersdorf- Valterice |
Langgestrecktes Dorf südlich von Sandau/Zandov, am Waltersdorfer Bach/Valtericky potok und am Westhang des Königsberg/Krälüv vrch (536 m). Hier ist die Namensdeutung relativ einfach, es war ursprünglich "das Dorf von Walter", einem auch heute bekannten Personenamen. |
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Wartenberg - Sträz pod Ralskem |
Kleine Ortschaft am Polzen/Plouinice, am Fusse des Rollberges/ Ralsko und nordöstlich von Niemes/Mimon. Der Name stammt vermutlich von der 1256 errichteten "Warte auf dem Berge". Aber auch Personennamen wie "Warto" und "Wardo" (im 9. Jahrhundert) können für die Benennung stehen. Im 13. Jahrhundert tauchen auch die Namen Wartenberch, Wartenberc, Wartinberc und Warthenberc auf. |
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Wellnitz-Velnice |
Dorf nördlich von Reichstadt/Zäkupy. Der Ort entstand im 14. Jahrhundert, zeitgleich mit der mittelalterlichen Wehranlage auf dem Schlossberg. Die älteste überlieferte Schreibweise des Ortsnamens ist Wölnitz und ist mit großer Wahrscheinlichkeit die Abwandlung eines alten Personennamens. |
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Wesseln - Veseli |
Kleiner Ort (auch Weßeln) am Polzen/Plouönice und südlich von Reichstadt/Zäkupy. Ursprung des Namens ist der häufige deutsche Familienname Wessel. Schon im 9. Jahrhundert kommen Namen wie Wezilo, Wesel und Wezil vor, diese könnten wiederum für Ortsnamen wie Weselitz und Wesselitz bei Miestetz verantwortlich sein. Im slawischen Sprachgebrauch findet man nur das slawische "vesely" für "heiter". In Südböhmen finden wir vergleichbare Orte wie Wessel, Wezzal oder Wezzel, die diese Namen schon im 13. Jahrhundert trugen. Hier finden wir mit den Personennamen Wezel, Wecel, Wezcello, Wezio oder auch Wezelinus die Entstehung der Ortsnamen. |
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Wlachei - Viachove |
Unbedeutende Ansiedlung südlich von Oschitz/Oseönä am Jeschken/ Jested. Der Ort war ursprünglich "der Hof des Walicho", von den alten Personennamen "Walcho" oder "Walicho" abgeleitet. Der slawische Name deutet auf ein feuchtes Umland, den "vläha" ist die "Feuchte". |
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Wolfersdorf- Volfartice |
Dorf südlich von Steinschönau/Kamenicky Senov und nordwestlich von Böhmisch Leipa/Ceskä Lipa. Wolfersdorf, bereits im 14. Jahrhundert ein Pfarrort, hieß ursprünglich Wolfhardsdorf, einer Abwandlung der Personennamen "Wolfhar" oder "Vulfhar" (beide seit dem 6. Jahrhundert bekannt). |
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Wolfsberg - Vici Hora |
Dorf am gleichnamigen Berg am Nordrand der Böhmischen Schweiz. Der Name des Ortes geht auf die Zeit der ersten Besiedlung im 12. Jahrhundert zurück. Die ersten Siedler trafen in der Gegend noch zahlreiche Wölfe an. |
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Wolfsthal-Vici Dül |
Kleine Ansiedlung südwestlich von Reichstadt/Zäkupy. Dieser Ortsname bildete sich aus dem uralten Personennamen Wolf, welcher natürlich eng mit dem gleichnamigen Tier zusammenhängt und zu den ältesten Namen überhaupt zählt. |
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Wölmsdorf- Vilemov |
Kleines Dorf zwischen Einsiedel/Poustevna und Nixdorf/ Mikulä- Sovice. Einer der ersten Ansiedler war der alte Siedler mi dem Namen Wilm (in der Sage ist es ein Ritter Wilm). Deshalb hiess das Dorf früher auch Wilmsdorfoder Winsdorf. |
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Wrchhaben - Vrchovany |
Kleines Dorf westlich von Hirschberg am See/Doksy. Der Name leitet sich wahrscheinlich von den alten Personennamen "Worhabo" oder "Warhab" ab und ist dann in das Slawische übersetzt worden, wobei das Wort "vrch" für Berg eine Verwendung fand. Durch den unmittelbar benachbarten und markanten Berg Perstein/ Berkovsky vrch nicht undenkbar. |
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Zeidler-Brtniky |
Dorf am nordöstlichen Ausläufer des Eibsandsteingebirges, südlich von Schluckenau/Slucknov. Unter Peter Berka von Duba wurde an der Stelle der heutigen Ortschaft eine Waldbienenwirtschaft (auch Zeidlerweide genannt) zur Honigerzeugung errichtet. Die Wärter (Imker) derartiger Anlagen nannte man früher Zeidler (in älteren Schreibweisen auch Zeydier, Zeidtler oder Zeitler). |
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Zößnitz - Sezimky |
Kleine Siedlung zwischen Graber/Kravare und Drum/Stvoli'nky am Bieber-Bach/Bobri potok. Für die Namensherkunft des Ortes ist der tschechische Personenname "Zezo" (auch "Zezzo" oder "Seso") verantwortlich. Die Endung "itz" ist für eine Ortbenennung verwendet, also kommt Zößnitz von "der HofdesZezo"(o.ä.). |
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Ziickmantel |
Kleine Häuseransammlung südlich von Künast/Sosnovä. Heute gehört die Ansiedlung mit zu dieser Ortschaft und fuhrt keinen eigenen Namen mehr. Der Name des Ortes setzt sich aus dem alten "zuoc" für "die Vorzeigung" und "mantel" für "Fichte" zusammen. Der Ort muß also früher als "der Platz an dem die verzweigte Fichte steht" bezeichnet worden sein. Deshalb gibt es auch die Deutung, dass Zuckmantel eine Wegmarkierung (Wegweiser) darstellte. In Südböhmen ist ein vergleichbares Zuckermantel anzutreffen und in Schlesien gibt es ebenfalls ein Zuckmantel. |
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Zwitte - Svitava |
Dorf zwischen Zwickau/Cvikov im Norden und Reichstadt/Zäkupy im Süden. Im Westen liegt die Bürgstein-Schwoikaer Schweiz. Die" ursprünglich kleine Häusersiedlung wurde nach dem Zwittebach, an der sie sich befand benannt. Zwitte stammt von den alten Worten "swith" und "swithi" für "stark" bzw. "kräftig" ab, daher früher der "Swithibach" - der "starkfließende Bach". Zwei bislang unbelegte Deutungen kommen aus den slawischen Worten "svid" für "Rainweide" und "svit" für "Lichtschein". Außerdem meinen ehemals Einheimische, dass der Bach ursprünglich Zwiettibach hieß - "der Bach der aus zwei Bächen entsteht (Zusammenfluss)". |